Kategorie: Stationäre Maschinen

Einzeltest: Stepcraft Desktop CNC-/3D-System Stepcraft 2 – 420


3D-Druckerbausatz

Stationäre Maschinen Stepcraft Desktop CNC-/3D-System Stepcraft 2 – 420 im Test, Bild 1
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Wer handwerklich etwas geschickt ist, kann sich einen 3D-Drucker zum Selberbauen anschaffen. Wir haben es ausprobiert.

Ein 3D-Drucker-Bausatz bedeutet in diesem Fall, dass wirklich alle Teile einzeln geliefert werden. Das heißt, in dem Paket befinden sich allein 97 verschiedene Bauteile, die jeweils mehrfach vorhanden sind, plus Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben etc.

Aufbau


Als Erstes gilt es mithilfe der Stückliste die verschiedenen Bauteile und Gruppen auf Vollständigkeit zu prüfen und vorzusortieren. Anschließend kann es losgehen. An Werkzeugen werden benötigt: ein Schlitzschraubendreher, diverse Inbusschlüssel, eine Spitzzange, ein Cuttermesser verschiedene Größen Maulschlüssel, Sekundenkleber, eine Schieblehre, Klebeband, Nähmaschinenöl und hochwertiges Maschinenfett. Für den Aufbau sollten Sie eine Arbeitsfläche zur Verfügung haben, auf der Sie auch schon einmal etwas stehen lassen können.

Stationäre Maschinen Stepcraft Desktop CNC-/3D-System Stepcraft 2 – 420 im Test, Bild 2Stationäre Maschinen Stepcraft Desktop CNC-/3D-System Stepcraft 2 – 420 im Test, Bild 3Stationäre Maschinen Stepcraft Desktop CNC-/3D-System Stepcraft 2 – 420 im Test, Bild 4Stationäre Maschinen Stepcraft Desktop CNC-/3D-System Stepcraft 2 – 420 im Test, Bild 5
Der eigentliche Aufbau ist genau Schritt für Schritt erklärt. Dabei kommt die Anleitung mit erfreulich wenig Text aus, da alles anschaulich mit Bildern erklärt wird. Etwas Übung erfordert die Kabelverlegung durch das Wellrohr. Hier werden die Leitungen am besten mit Klebeband umwickelt und durch den Schlauch geschoben. Dabei ist es wichtig, das Klebeband nur einlagig zu verwenden, da es sonst zu dick aufträgt und das Bündel dann nicht durch den Schlauch passt. Sind die mechanischen Montagearbeiten abgeschlossen, erfolgt die Verdrahtung der Maschine. Hierbei werden die Leitungen der Endschalter und Schrittmotoren an der Platine aufgelegt. Es empfiehlt sich, die Endschalter einmal auf ihre Funktion zu prüfen, indem mit einen Messgerät eine Durchgangsprüfung ausgeführt wird. Nachdem der Zusammenbau abgeschlossen ist, kann die Maschine mithilfe von Messwerkzeugen und Distanzstücken kalibriert werden. Auch diese Schritte sind im Detail erklärt. Abschließend werden noch die Laufrollen und Gewindestangen gefettet. Fertig, jetzt kann die Maschine zum ersten Mal gefahren werden. Unser Testgerät ist mit einem Parallel/USB-Port ausgestattet und wird mit der CNC-Software UCCNC gesteuert. Auch diese ist selbsterklärend aufgebaut (zurzeit noch auf Englisch). Jetzt werden die verschiedenen Funktionen und Achsen durchgefahren und die Maschine wird dabei auch gleich eingefahren. Das bedeutet unter anderem, dass sich das Maschinenfett auf den Spindeln und Rollen gleichmäßig verteilt. Als Letztes werden der Druckkopf und der Filamentträger in Betrieb genommen oder eine Frässpindel eingebaut (wir haben im Test eine von Proxxon verwendet).

Drucken/Fräsen


Je nachdem, für welche Anwendung sich der Betreiber entschließt, muss er in UCCNC die passenden Maschinenparameter laden. Dann ist die Maschine einsatzbereit. Soll gedruckt werden, werden die Druckdaten im .stl- oder .dxf-Format benötigt. Aus ihnen generiert der Stepcraft RepetierHost eine G-Code-Datei, die in dem UCCNCProgramm eingelesen und auf dem Drucker ausgeführt wird. So entsteht dann Schicht für Schicht das 3D-Objekt. Das UCCNCProgramm bietet umfassende Möglichkeiten, die Maschine und damit die Druckqualität zu beeinflussen. Wer eine Weile mit dieser Maschine gearbeitet hat, wird bestimmt das eine oder andere ausprobieren wollen. Dabei wird er sehr schnell merken, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, die wir hier unmöglich alle beschreiben können. Der Fräsbetrieb funktioniert im Prinzip genauso, nur dass Material von einem bestehenden Werkstück abgetragen wird. Hierbei ist zu beachten, dass es je nach Material zu einer erheblichen Staubentwicklung kommen kann.

Nach dem Druck


Da es sich bei den meisten Filamenten um Kunststoff handelt, der einfach geschmolzen wird, kann es zur Freisetzung verschiedener als gesundheitsgefährlich geltender Stoffe kommen. Druckobjekte dünsten auch einige Zeit nach dem Druck noch aus. Es wird daher empfohlen, frisch gedruckte Objekte unter einer UV-Lampe zu trocknen. Danach gelten die Filamente als relativ ungefährlich.

Fazit

Ein Drucker zum Selbstbau – wer sich eine solche Maschine anschafft, sollte sich über seine handwerklichen Fähigkeiten im Klaren sein. Wer sich den Aufbau nicht zutraut, für den gibt es die Möglichkeit, die Maschine gegen Aufpreis montiert zu erwerben. Auf jeden Fall leistet die Maschine gute Arbeit, sowohl als Drucker als auch als Fräse.

Kategorie: Stationäre Maschinen

Produkt: Stepcraft Desktop CNC-/3D-System Stepcraft 2 – 420

Preis: um 1200 Euro

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7/2016
4.0 von 5 Sternen

Stepcraft Desktop CNC-/3D-System Stepcraft 2 – 420

Bewertung 
Funktion: 50%

Bedienung: 30%

Ausstattung: 20%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb: Stepcraft, Iserlohn 
Preis: um 1200 Euro 
Hotline: 02371 9748574 
Internet: www.stepcraft-systems.com 
Technische Daten:
Nennspannung: 240 V 
Leistungsaufnahme: 90 W 
Abmessungen (BxHxT): 552 x 440 x 510 mm 
Gewicht: 15 kg 
Anschlussmöglichkeiten: Parallel/USB 
Software: UCCNC 
Unterstützte Datenformate: .stl, .dxf 
Bauraum (X x Y x Z): 300 x 420 x 140 mm 
Schichtauflösung Standard: 0,1 mm 
Klasse: Einstiegsklasse 
Preis/Leistung: gut - sehr gut 
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Dipl.-Ing. Olaf Thelen
Autor Dipl.-Ing. Olaf Thelen
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Datum 22.07.2016, 09:27 Uhr
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