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Kategorie: Gewerbliche Werkzeuge

Einzeltest: Alfra RB35


Schnell, sauber sicher

Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 1
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Wer den Ortsnamen Hockenheim hört, denkt unwillkürlich an Motorsport. Im gleichnamigen Ort hat jedoch auch die Firma Alfra ihren Hauptsitz. Und was die so treiben, ist mindestens so spannend wie ein gutes Autorennen.

Bei Alfra geht es um Metallbearbeitung. Genauer: ums Sägen, Bohren und Stanzen von Metall. Angefangen bei Lochsäge, Stufenbohrer und mechanischem Metalllocher bietet der Hersteller mit weitestgehend deutscher Fertigung, man spricht von 85 %, ein breites Sortiment an Metall-Bearbeitungswerkzeugen. Wir durften uns schon ein paar Mal von den Vorzügen überzeugen. Das hat dazu geführt, dass die Erwartungshaltung an das neue Testgerät schon mal recht hoch ist. Zum Test haben wir diesmal eine Kernloch-Bohrmaschine mit der Typbezeichnung Rotabest RB 35B eingeladen.

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Ausstattung


Die Maschine besteht aus zwei Funktionsgruppen. Zum einen den eigentlichen Maschinenträger, der aus einem großen Magnetfuß mit einer Grundfläche von 185 x 70 mm besteht. Der Fuß bildet gleichzeitig den Bohrständer mit Maschinenaufnahme. Beim Magneten kommt ein Elektromagnet mit einer Haftkrat von 9000 N (ca. 900 kg) zum Einsatz. Der Bohrständer wird über eine selbstjustierende Schwalbenschwanzführung mit innen liegender Zahnstange auf und ab bewegt. Dafür gibt es ein dreiarmiges Drehkreuz wie bei einer Tischbohrmaschine. Die maximale Hubhöhe des Bohrständers beträgt 120 mm. Für den platzsparenden Transport im mitgelieferten Koffer können die Arme des Drehkreuzes abgeschraubt werden. Die RB 35 ist werksseitig mit einer 1100 Watt starken Bohrmaschine ausgerüstet, die fest mit dem Magnetfuß verkabelt ist.

Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 2Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 3Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 4Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 5Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 6Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 7Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 8Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 9Gewerbliche Werkzeuge Alfra RB35 im Test, Bild 10
Die Bohrer finden in einer 19-mm-Weldon-Aufnahme sicheren Halt und werden mit drei Madenschrauben fixiert. Die Maschine hat eine feststehende Drehzahl von 450 1/min. für die Stromversorgung von Magnet und Maschine ist lediglich eine 230-V-Steckdose erforderlich. Das Netzkabel ist mit 4,7 m lobenswert lang. Wie die Typbezeichnung schon vermuten lässt, ist die Maschine für maximale Bohrdurchmesser von 35 mm gedacht. Die Materialstärke darf dabei zwischen 6 und 50 mm betragen. Bei solchen Bohrungen ist natürlich die Kühlung des Bohrers erforderlich. Die ist ebenfalls direkt über einen abnehmbaren Kühlmittelbehälter möglich. Im Lieferumfang befindet sich außer der Maschine noch ein Spanngurt, um die Maschine bei senkrechten oder Überkopf-Einsätzen zusätzlich zu sichern.


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Bei der Arbeit


Wer erstmals mit der Maschine arbeitet, sollte vor Beginn die Bedienungsanleitung studieren. Die ist gut gemacht und erfreulich schnell durchgelesen. Für Neulinge mit dieser Maschinengattung stellt sich zum Beispiel die Frage, wie die Maschine korrekt angesetzt wird, denn es fehlt ja die bei Spiralbohrern übliche Zentrierspitze. Das ist nur zum Teil richtig, denn auch wenn hier mit einem ringförmigen Bohrer gebohrt wird, gibt es eine Mittenzentrierung, die federbelastet ist und zusammen mit der Bohrkrone in die Maschine eingesetzt wird. Damit kann man wie gewohnt auf dem markierten Körnerpunkt ansetzen. Für unsere Tests haben wir eine 16 mm dicke Baustahlplatte und einen 140-mm-Doppel-T-Träger „gelöchert“. Ich kann abschließend sagen, dass mir das Bohren mit großen Durchmessern selten so viel Spaß bereitet hat. Die Arbeit geht so einfach von der Hand wie noch nie. Nachdem die Maschine mit Strom versorgt ist, wird sie mit der Zentrierspitze passend ausgerichtet. Nun wird per Schalter der Elektromagnet eingeschaltet. Jetzt steht die Maschine unverrückbar fest. Kühlmittelzufuhr auf, Maschine am Maschinenschalter eingeschaltet, und los geht’s. Die Maschine lässt sich übrigens nur einschalten, wenn auch der Magnet in Betrieb ist. Jetzt kann mit dem Bedienen des Drehkreuzes ganz bequem gebohrt werden. Wenn der Bohrer durchbricht, wird durch den federbelastete Zentrierstift gleich der Bohrkern aus dem Bohrer gedrückt. Außerdem unterbricht der vorspringende Zentrierstift die Kühlmittelzufuhr. So bleibt die Arbeitsstelle sauber. Eine einfache und saubere Sache. Auch die Bohrung selber ist absolut sauber und frei von Graten. Unser einziger Kritikpunkt, der jedoch nur in Sonderfällen zutrift , ist die Funktion des Zentrierbolzens. Da dieser den Bohrkern automatisch ausdrückt, kann er unkontrolliert irgendwo hinfallen. Je nach Anwendung kann das zu Problemen führen. Noch ein Wort zu Bedienung und Verarbeitung. Wie eingangs erwähnt, empfiehlt sich ein kurzes Studium der Bedienungsanleitung, um die Besonderheiten, z.B. die Funktion des Zentrierbolzens, zu erfahren. Die eigentliche Maschinenbedienung ist selbsterklärend. Dafür braucht’s keine Bedienungsanleitung. Die Verarbeitung ist absolut sauber und hinterlässt den Eindruck, dass auch rauer Baustellenalltag klaglos weggesteckt wird. Ein Lob können wir für das fast 5 m lange Kabel aussprechen. In diesem Punkt sind viele andere Hersteller deutlich sparsamer. Die Tatsache, dass die Maschine komplett mit beinahe 100%iger Fertigungstiefe in Deutschland produziert wird, erhöht zwar den Preis, sorgt jedoch dank ebenfalls hier ansässigem Service für zügige Ersatzteillieferung bzw. Reparatur. Da fällt auch schon das wichtige Stichwort Preis. Was kostet der Spaß? Je nach Händler werden zwischen 550 und 600 Euro inklusive Mehrwertsteuer für die Anschaffung fällig.

Fazit

Zwischen 550 und 600 Euro finden wir für eine Spezialmaschine wie die Rotabest RB 35B von Alfra absolut in Ordnung. Für diesen Preis bieten die Hockenheimer eine kräftige und solide verarbeitete Maschine, die hervorragend arbeitet. Die Bedienung ist einfach und das mitgelieferte Zubehör praxisgerecht. Nur der Koffer ist ein wenig sperrig. Mit einem der bekannten Systemkoffer hätte es noch einen zusätzlichen Sympathiepunkt gegeben.

Preis: um 600 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Gewerbliche Werkzeuge

Alfra RB35

Profiklasse

4.5 von 5 Sternen

03/2020 - Jörg Ueltgesforth

Bewertung 
Funktion: 60%

Bedienung: 20%

Ausstattung: 20%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb: Alfra, Hockenheim 
Preis: um 600 Euro 
Hotline: 6205 3051-0 
Internet: www.alfra.de 
Technische Daten:
Aufnahmeleistung: 1100 Watt 
Bohreraufnahme: 19 mm Weldon 
Max Borhrdurchmesser in Stahl: Kernbohrer: 12 – 35 mm 
Senken: 10 – 40 mm 
Hub: 120 mm 
Materialstärke: 6 – 50 mm 
Größe Magnetfuß: 70 x 1850 mm 
Magnetkraft: 9000 N 
Mind. Materialstärke: 6 mm 
Gewicht: ca. 11 kg 
+ hohe Präzision / einfache Bedienung 
- Bohrkern wird automatisch ausgedrückt 
Klasse: Meisterklasse 
Preis/Leistung: sehr gut 
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Jörg Ueltgesforth
Autor Jörg Ueltgesforth
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Datum 27.03.2020, 09:01 Uhr
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