Kategorie: Garten-Häcksler

Einzeltest: Eliet Prof 6 Cross Country


Motorhäcksler Prof 6 Cross Country von Eliet

Garten-Häcksler Eliet Prof 6 Cross Country im Test, Bild 1
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Wenn Astwerk nicht am Weg, sondern am Hang, hinter einer Villa oder tief im Park anfällt, wird ein normaler Häcksler schnell zum Bremsklotz. Genau dann zeigt ein selbstfahrender Raupenhäcksler wie der Eliet Prof 6 Cross Country, was professioneller Materialfluss bedeutet.

Die Arbeit mit großen Häckslern ist nichts für Hektik. Im Profi-Alltag entscheidet nicht nur Motorleistung, sondern vor allem ein sauberer Arbeitsrhythmus: Schnittgut geordnet bereitlegen, den Einzug nicht mit Gewalt überfüttern, den Auswurf frei halten und den Arbeitsbereich konsequent sichern. Eliet schreibt für den Einsatz Schutzbrille, Handschuhe, Gehörschutz und Sicherheitsschuhe vor, warnt ausdrücklich vor loser Kleidung und nennt für Umstehende einen Mindestabstand von 10 Metern. Genau so gehört es sich in der Praxis: Wer mit einem Profi-Häcksler arbeitet, arbeitet konzentriert, vorbereitet und mit kompletter persönlicher Schutzausrüstung.


Eliet


Eliet ist kein Newcomer, sondern ein belgischer Spezialist mit klarer Nische. Das Unternehmen wurde von Emiel Lietaer gegründet, produziert im Herzen Westflanderns und vereint Entwicklung, Fertigung, Montage und Logistik im eigenen Haus.

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Diese starke technische Eigenständigkeit merkt man den Maschinen seit Jahren an. In einem Firmenflyer bezeichnet sich Eliet zudem als Erfinder des mobilen Häckslers  – ein selbstbewusster Anspruch, der gut zu einer Marke passt, die sich seit Jahrzehnten über praxisnahe Detaillösungen und eigenständige Technik profiliert.


Ausstattung


Garten-Häcksler Eliet Prof 6 Cross Country im Test, Bild 5
Der Motorhäcksler Prof 6 Cross Country ist mit seinen Gleisketten und dem großen Einfülltrichter eine beeindruckende Maschine
Der Rundgang um den Prof 6 Cross Country beginnt vorn mit dem markentypischen V-safe-Einfülltrichter. Dahinter steckt mehr als Design: Der Trichter ist auf zügiges und sicheres Beschicken größerer Schnittgutpakete ausgelegt. Die Einzugsöffnung ist mit 600 x 580 Millimetern großzügig bemessen, die Einzugshöhe von 1000 Millimetern passt gut zum professionellen Arbeiten aus aufrechter Haltung. Im Herzen der Maschine sitzt ein 14-PS-Vanguard-400-Benziner mit Elektrostart. Der hydraulische Einzug arbeitet mit einer 150-Millimeter-Einzugswalze, die Zerkleinerung übernimmt ein System aus 24 Eliet-Resist-Messern auf sechs Scheiben. Laut Hersteller sind damit Astdurchmesser bis 100 Millimeter und eine Leistung von rund 4 Kubikmetern beziehungsweise 475 Kilogramm pro Stunde möglich. Die Häckselfrequenz liegt bei 48.000 Schnitten pro Minute. Hinten setzt Eliet auf einen 325-Millimeter-Turbinenlüfter und ein um 280 Grad drehbares Auswurfrohr mit 1,8 Metern Auswurfhöhe. Entscheidend ist dabei nicht nur die nackte Zahl, sondern das System dahinter: Das Eliet-Hakbeilprinzip schneidet das Holz in Faserrichtung, während die 4S-Technik auch blattreiches und feuchtes Material verarbeiten soll. Für den professionellen Einsatz mindestens ebenso wichtig: Das Auswurfsystem ist auf Durchsatz und geringe Verstopfungsneigung ausgelegt, die Maschine besitzt eine Feststellbremse, einen Betriebsstundenzähler und ein 3-Millimeter-Stahlchassis. Optional erhältlich sind das ABM-System zur automatischen Regelung der Einzugsgeschwindigkeit sowie ein Geschwindigkeitsregler für die Einzugswalze. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Variante ist natürlich das Raupenfahrwerk. Eliet betont die Eignung für Hanglagen und schwieriges Gelände, zugleich soll der Bodendruck trotz Raupen relativ gering bleiben. Gesteuert werden die beiden Raupen über separate Bedienelemente; dadurch lässt sich die Maschine auf der Stelle drehen. Im verwinkelten Gartenbau-Einsatz, zwischen Mauern, auf Böschungen oder an schmalen Zugängen, ist genau das kein Komfortdetail, sondern echter Produktivitätsgewinn. Ebenso praxisnah ist das „Fast Pitstop“-Konzept: Wichtige Wartungspunkte sollen schnell, meist sogar ohne Werkzeug, erreichbar sein.


Test


Im Arbeitseinsatz zeigt der Prof 6 Cross Country sehr klar, worauf Eliet dieses Modell zugeschnitten hat: nicht auf den Showeffekt, sondern auf gleichmäßigen, professionellen Durchsatz unter schwierigen Bedingungen. Die 14 PS wirken auf dem Papier fast unspektakulär, in der Praxis passt das Gesamtpaket aber erstaunlich gut zusammen. Das liegt am Schneidprinzip. Weil Eliet das Holz in Faserrichtung bearbeitet, wird die vorhandene Motorleistung effizient genutzt. Hinzu kommt die hohe Zahl an Messern, die das Material sehr fein und gleichmäßig zerkleinern. Für den Profi heißt das: sauberer Materialfluss, homogenes Hackgut und eine Maschine, die nicht nur auf gerade, trockene Äste festgelegt ist. Besonders stark ist der Prof 6 im gemischten Grünabfall. Wer im GaLaBau arbeitet, hat selten sortenreines Material. Heckenreste, verästeltes Astwerk, blattreiche Schnitte und feuchtes Schnittgut wechseln sich permanent ab. Genau hier punktet die 4S-Auslegung. Vorsortieren soll laut Eliet nicht mehr nötig sein, und auch in der Praxis spricht vieles dafür, dass diese Maschine eher auf „fressen und weiter“ als auf „bitte nur perfekte Äste“ ausgelegt ist. Die Kombination aus großem Einzug, hydraulischer Walze und Turbinen-Auswurf reduziert die Neigung zum Zusetzen spürbar. Das ist eine der großen Stärken des Prof 6 Cross Country, denn Stillstand kostet auf der Baustelle am meisten Geld.

Garten-Häcksler Eliet Prof 6 Cross Country im Test, Bild 4
Mit seiner „Panzersteuerung“ lässt sich der Prof 6 auch in schwerem Gelände optimal bewegen
Die zweite große Stärke ist die Geländegängigkeit. Wer schon einmal einen konventionellen Häcksler über feuchte Rasenflächen, an Hangkanten oder durch schmale Seiteneingänge bugsiert hat, weiß sofort, warum Raupenantrieb in dieser Klasse Sinn ergibt. Der Cross Country fährt dorthin, wo das Schnittgut anfällt. Das spart Tragewege, schont Personal und beschleunigt komplette Arbeitsabläufe. Dazu kommt die sehr gute Manövrierbarkeit: Durch das getrennte Ansteuern der Raupen dreht die Maschine nahezu auf dem Punkt. Im dicht bebauten Bestand, auf Friedhöfen, in Parkanlagen oder an Terrassengärten ist das ein echter Vorteil. Die dritte Stärke liegt in der Servicefreundlichkeit. Gerade im Profi -Betrieb zählt nicht nur, wie schnell eine Maschine arbeitet, sondern auch, wie schnell sie für den nächsten Tag wieder bereitsteht. Eliet hat den Prof 6 unter dem Motto „Fast Pitstop“ konstruiert. Wartungspunkte sind schnell erreichbar, Routinekontrollen sollen ohne großes Zerlegen möglich sein und auch umfangreichere Arbeiten werden erleichtert. Das passt zum Anspruch einer Spitzenklasse-Maschine. Positiv fällt außerdem auf, dass Eliet an die Details gedacht hat: klappbares Auswurfrohr für den Transport, Betriebsstundenzähler, Feststellbremse und eine robuste Grundkonstruktion. Eine echte Schwäche fanden wir nur im kleinen Detail: Für den täglichen Einsatz ist der Zündschlüssel zu klein und kann schnell verloren gehen. Das klingt banal, ist im harten Baustellenalltag aber genau die Art von Kleinkram, die unnötig Zeit kostet. Abhilfe kann hier ein großzügig gestalteter Schlüsselanhänger sein, der gut auffällt.

Fazit

Der Eliet Prof 6 Cross Country ist ein Spezialist für Profis, die Schnittgut nicht erst zur Maschine bringen wollen, sondern die Maschine dorthin fahren, wo gearbeitet wird. Seine Stärken liegen in der überzeugenden Geländegängigkeit, im sehr guten Einzugs- und Auswurfverhalten bei gemischtem Grünabfall sowie in der wartungsfreundlichen Konstruktion. Wer regelmäßig in Hanglagen, auf empfindlichen Flächen oder in schwer zugänglichen Gartenanlagen arbeitet, bekommt hier eine Spitzenklasse-Maschine mit echtem Praxisnutzen. Mit einem kalkulierten Testpreis von rund 16.100 Euro ist das viel Geld, gemessen an Einsatzwert und Konzept aber gut investiert. Händlerpreise liegen teils darunter, was die positive Einschätzung zusätzlich stützt. In der Gesamtnote erreicht der Prof 6 Cross Country eine 1,2 und im Preis-Leistungsverhältnis ein gut - sehr gut und damit die „EMPFEHLUNG“ der Redaktion. Herzlichen Glückwunsch!

Kategorie: Garten-Häcksler

Produkt: Eliet Prof 6 Cross Country

Preis: um 16100 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


6/2026
5.0 von 5 Sternen

Profiklasse
Eliet Prof 6 Cross Country

6/2026

Eliet Prof 6 Cross Country
EMPFEHLUNG
Bewertung 
Funktion: 50%

Bedienung: 30%

Ausstattung: 20%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 16.100 Euro 
Vertrieb: Eliet Europe, Otegem (B) 
Hotline: +32 56 77 70 88 
Internet: www.eliet.eu 
Technische Daten:
Motor: 10 kW (14 PS) Vanguard 400 (408 ccm) 
Elektrostart: Standard 
max. Astdurchmesser: 100 mm 
Kapazität: 3,5 m³/h 
Häckseltechnologie: ELIET Axt-Prinzip, 4S 
Messer: RESIST /8 (24 Stk.) 
Hackfrequenz: 54.000 Hackbewegungen/min 
Kraftübertragung auf Häckselwerk: Keilriemen 
Häckselbreite: 440 mm 
Einführöffnung: 600 x 580 mm 
Zufuhrhöhe: 1000 mm 
Einzugswalze: Durchmesser 150 mm, hydrostatischer Antrieb 
Auswurfsystem: Turbo Discharge, Auswurfkamin, 300 mm, 280 ° drehbar, höhenverstellbare Richtklappe 
Auswurfhöhe: 1830 mm 
Fahrgestell: 2 x 2 x Gummiraupen 150 mm hydraulischer Raupenantrieb (Hinterachse)150 mm 
Maße (L x B x H): 1890 x 830 x 1830 mm 
Lagermaße (L x B x H): (L x B x H): 1890 x 830 x 1520 mm 
Gewicht: 435 kg 
+ Geländetauglichkeit, Häckselleistung 
- Geländetauglichkeit, Häckselleistung kleiner Zündschlüssel 
Klasse: Spitzenklasse 
Preis/Leistung: gut - sehr gut 
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Dipl.-Ing. Olaf Thelen
Autor Dipl.-Ing. Olaf Thelen
Kontakt E-Mail
Datum 25.06.2026, 17:20 Uhr
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