Wildkraut auf Wegen und Flächen im öffentlichen Raum sieht nicht nur unschön aus, je nach Üppigkeit können daraus auch Gefahren entstehen. Angefangen bei Stolperfallen bis zur Glättebildung durch nasse oder befrorene Pflanzen im Winter. Hier kommt unser Testgerät der Unkrautfuchs 4.0 ins Spiel.
Neudeutsch muss immer alles „sauber“ klingen. Deshalb wurde aus dem Wildwuchs, der früher landläufig Unkraut genannt wurde das „schöne“ Wildkraut. Grundsätzlich trifft das Wort die Realität ganz gut, denn vieles, was wir als Unkraut bezeichnen ist tatsächlich essbar oder sogar gesundheitsfördernd. Aber dann soll es bitte auch sortenrein da wachsen, wo wir es auch ernten können. Dass ist bei den Fugen auf Wegen und Flächen definitiv nicht der Fall. Deshalb muss der Wildwuchs weg! Das gilt im Privatgarten genauso, wie auf öffentlichen Flächen.
Nachdem der Chemie-Einsatz auf öffentlichen Flächen inzwischen weitgehend verboten ist, sind Alternativen gefragt. Die können sowohl mechanisch, z.B. die Wildkrautbürste, als auch biologisch wie unser Unkrautfuchs arbeiten. Das Gerät wird in unterschiedlichen Größen und Ausstattungen angeboten. Damit werden Anwendungen vom heimischen Garten bis zur Flächenreinigung möglich. Wie funktioniert das Ganze? Das Grundprinzip ist einfach. Hitze, in diesem Fall 95° heißes Wasser. Das bringt die Eiweißzellen der Pflanzen zum Platzen und tötet sie somit ab. Doch bevor es an die Arbeit geht, schauen wir uns die Maschine erst mal genauer an.
Ausstattung
Die Pumpe wird elektrisch über einen 230V-Hausanschluss betrieben.
„Unter der Motorhaube“ hier ist alles sauber und hochwertig verarbeitet
Wahlweise ist auch der Betrieb mit verschiedenen Akkupacks möglich. Für die Heizleistung sorgt ein Dieselbrenner. Dafür verfügt die Maschine über einen 30 l fassenden Tank an der Vorderseite. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit ca. 5 l/h an. Das benötigte Wasser kann die Maschine wahlweise über den Gartenschlauch beziehen oder über eine Selbstansaugung aus einem externen Wasserbehälter. Die Durchflussmenge beträgt 10 l/min. der Austrittsdruck liegt bei 8 bar. Der stabile Druckschlauch wird auf einer Trommel aufgewickelt. Er ist 20 m lang und ermöglicht so einen entsprechenden Arbeitsradius. Über zwei Lufträder und zwei Lenkrollen ist die Maschine mobil einsetzbar. Das Gewicht der Maschine beträgt ca. 160 kg. Für den Einsatz bietet der Hersteller verschiedene Düsen an.
Im Einsatz
Ich gebe es zu, der Unkrautfuchs 4.0 hat mich schon beim Auspacken beinahe überzeugt, denn die Maschine ist sehr gut verarbeitet. Alles solide und massiv gemacht, um auch den harten Arbeitseinsatz zu bewältigen. Das fängt beim Wasseranschluss an. Solides Messing mit einem handbetätigten Hahn der je nach Richtung den Wasserzulauf über den Gartenschlauch oder die Selbstansaugung regelt. Direkt darüber die große Schlauchtrommel aus Stahlblech mit Aufwickel- Automatik und Rollenführung für den Schlauch, an allen vier Seiten. Der Schlauch wird an der Pistole per Überwurfmutter verschraubt. Auch hier hat man auf hochwertiges Material geachtet, das verdrehsicher und optimal isoliert ist. Damit der Wechsel der Düsen schnell geht, setzt man bei der Verbindung von Pistole und der jeweiligen Düsenlanzen auf einen großen Bajonettverschluss.
Der Zusatzhandgriff an der Sprühlanze kann in unterschiedlichen Positionen befestigt werden
Der seitliche Zusatzgriff an den Düsen kann ganz nach Vorliebe in unterschiedlichen Positionen befestigt werden. An der Maschine sind Steckplätze für maximal vier verschiedene Lanzen vorhanden. Da das heiße Wasser lediglich mit 8 bar Druck die Lanze verlässt, muss man nicht mit Gegendruck wie beim Hochdruckreiniger rechnen. Bei der Bedienung stellt der Unkrautfuchs niemanden vor unlösbare Probleme. Wenn der Tank gefüllt ist, und Strom und Wasser angeschlossen sind müssen nur noch der Hauptschalter und der Heizungsschalter betätigt werden. Als erstes stellt man fest, dass der Brenner erfreulich leise läuft . Damit steht der Nutzung in geräuschsensiblen Gegenden nichts entgegen. Bei der Arbeit werden die unerwünschten Pflanzen gleichmäßig mit dem heißen Wasser „gegossen“. Dabei sollte man sich Zeit lassen, denn die Hitze benötigt natürlich eine gewisse Zeit um die Pflanze zu verbrühen, zumal ein Teil der Temperatur direkt vom umgebenden Erdreich oder Pflaster aufgenommen wird. Der Erfolg der Arbeit ist aber bereits nach kurzer Zeit sichtbar, denn das Pflanzengrün wird recht zügig gelb und zeigt so den Erfolg der Aktion. Wer es richtig ordentlich haben möchte, entfernt dann noch die vertrockneten Reste. Hat man den Job richtig gemacht, und sich genügend Zeit beim „gießen“ gelassen, sind die Eiweißstrukturen bis in die Wurzeln zerstört. So kann das Unkraut auch nicht erneut ausschlagen. Zu Beginn des Unkrautfuchs-Einsatzes kann noch eine häufigere Anwendung nötig sein. Im Laufe der Zeit vergrößert sich die Zeitspannen zwischen den Einsätzen jedoch immer mehr.
Fazit
Wer Wege und Flächen von Wildwuchs freihalten muss und dabei auf den Chemie-Einsatz verzichten will, muss entweder zu mechanischen Mitteln wie Wildkrautbürsten, die aber je nach Bauart, oft auch die Pflasterung beschädigen, oder er greift gleich zum Unkrautfuchs 4.0. Da hier nur mit heißem Wasser gearbeitet wird, besteht auch keine Brandgefahr wie beim Abflämmen mit dem Gasbrenner.
Den Test finden Sie in der Professional Tools 1/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper erhältlich
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