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Kategorie: Hämmer

Einzeltest: Picard Framing-Hammer 796 / 596


Steinalt und brandneu

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Der Hammer ist das älteste bekannte Werkzeug des Menschen. Heutzutage gibt es für beinahe jede Anwendung einen speziellen Hammer. Auch wenn man glaubt, viele davon zu kennen, überraschen einen Spezialisten wie die Marke Picard mit immer neuen Varianten oder Weiterentwicklungen bekannter Typen.

Die neuen Hämmer werden als Framing-Hammer bezeichnet, was so viel bedeutet wie Holz- und Schalungshammer. Schon die Bezeichnung lässt einen amerikanischen Ursprung vermuten. Oft lassen sich Werkzeuge jedoch nicht eins zu eins in anderen Ländern verwenden, weil die Arten zu bauen zu unterschiedlich sind. Als ausgemachter Hammer-Spezialist war es jedoch für Picard kein Problem, den „Amerikaner“ zu europäisieren. Für unseren Test haben wir die beiden Framing-Hämmer 796 und 596 eingeladen. Sie unterscheiden sich nur durch das Griffmaterial und die Oberflächen-Ausführung.

Formgebung und Ausstattung

Beide Hämmer erinnern an eine Kombination aus dem europäischen Latthammer und dem amerikanischen Klauenhammer. Die beiden gleich langen Klauen sind jedoch weniger stark gebogen als beim amerikanischen Bruder. Darüber hinaus fallen beide Hämmer durch ihren überlangen Schaft und die einteilige Konstruktion auf. Das blank polierte Exemplar mit dem Ledergrif ist allein optisch eigentlich viel zu schade, um damit zu arbeiten. Außerdem besteht auf der Baustelle die Gefahr, mit diesem exklusiven Werkzeug das „Haben-Wollen-Gen“ in den Kollegen zu wecken. Die schwarze Variante mit dem Zweikomponenten-Griff ist dagegen viel unauffälliger.

Im Einsatz

Unseren Test begonnen haben wir mit der ureigensten Aufgabe eines Hammers, dem Nageln. Bedingt durch den langen Schaft entwickelt der Hammer hier eine erfreulich hohe Dynamik. Auch lange Nägel lassen sich mit nur wenigen Schlägen ins Holz treiben. Solange der Nagel jedoch noch von einer Hand gehalten wird, ist ein sicheres Auge gefordert, denn der Schlag daneben kann mächtig schmerzen. Beim Ansetzen des Nagels bietet aber der magnetische Nagelhalter eine schmerzfreie Alternative zur Hand. Beim Ziehen von Nägeln können die beiden neuen Hämmer gleich mehrere Pluspunkte sammeln. Zum einen ist durch den großen Hebel nur wenig Kraft erforderlich, um auch festsitzende Nägel aus dem Holz zu ziehen, zum anderen lassen sich Nägel dank der gleich langen, nur sanft gebogenen Klauen gut greifen – auch wenn sie in schlecht zugänglichen Bereichen sitzen. Im Test hat uns der Hammer mit Zweikomponentengriff etwas besser gefallen. Man hat von Beginn an ein gutes Griffgefühl. Laut Aussage von Picard soll sich das Naturmaterial Leder bei der „Edelvariante“ im Laufe der Zeit auch an die Hand des Anwenders anpassen, es sei jedoch ein wenig wie mit guten Schuhen, bis es richtig passt, dauerte es seine Zeit. Zum Testende hin können wir jedoch bestätigen, dass das Griffgefühl besser wurde.

Ob das jetzt daran lag, dass man sich an den Griff gewöhnt hat, oder ob tatsächlich eine Anpassung stattgefunden hat, können wir nicht wirklich ausmachen.

Fazit

Glückwunsch an Picard, die Kombination aus amerikanischem Klauenhammer und europäischem Latthammer finden wir gelungen. Meist stellen solche Kombinationswerkzeuge einen Kompromiss dar. Nicht so bei den neuen Framing-Hämmern 796 und 596 von Picard; hier ist es gelungen, das Positive aus zwei Welten geschickt miteinander zu kombinieren. Lediglich die Optik bleibt wegen des langen Stiels ungewöhnlich.
Ganze Bewertung anzeigen
Picard Framing-Hammer 796 / 596

Oberklasse

4.5 von 5 Sternen

-

Bewertung 
Funktion: 60%

Bedienung: 30%

Ausstattung: 10%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb: Picard, Wuppertal 
Preis 796 / 596: um 130 / 91 Euro 
Hotline: 0202 24754–0 
Internet: www.picard-hammer.de 
Technische Daten:
Typ: Framing-Hammer 
Verwendung: Holz- und Schalungsarbeiten 
Stiellänge: 400 mm 
Griff: 796 Leder / 596 Zweikomponenten-Kunststoff 
Gewicht: ca. 1,1 kg 
+ gute Handlage 
+ hohe Einschlagdynamik 
- Ledergriff erfordert Eingewöhnung 
Klasse: Oberklasse 
Preis/Leistung: gut - sehr gut