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Kiesgarten anlegen: So entsteht ein gelungener Mix aus Blütenpracht und Steingarten

Garten Kiesgarten anlegen: So entsteht ein gelungener Mix aus Blütenpracht und Steingarten - News, Bild 1
16.04.2026 11:36 Uhr von Robert Glückshöfer

Viele, die an einen Kiesgarten denken, haben automatisch einen Schottergarten vor Augen. Einen mit grauen Steinen zugeschütteten Vorgarten, in dem kaum Grün zu sehen ist.

Vielleicht fristen ein in Form geschnittener Buchsbaum oder eine Kiefer ihr einsames Dasein inmitten der Steinwüste. Alles in allem klingt das nach einem Bild des Jammers.Zum Glück haben Kiesgärten und Schottergärten nicht viel gemeinsam, außer, dass in beiden viele Steine zum Einsatz kommen. Während sie im Schottergarten jedoch den Boden versiegeln und der Natur kaum Raum geben, bilden sie im Kiesgarten den Lebensraum für trockenheitsliebende Pflanzen und viele Insekten.

Der Unterschied zwischen Kies- und Schottergärten

Steingarten ist in Deutschland nicht gleich Steingarten – selbst wenn Sie auf den ersten Blick kaum einen Unterschied entdecken können. Doch während sogenannte Schottergärten in vielen Landkreisen verboten sind, weil sie sowohl der Biodiversität als auch dem Lokalklima schaden können, sind fachgerecht angelegte Kiesgärten naturnah und artenreich.Anders als der Schotter dominiert die Kiesschicht nicht den Garten. Vielmehr bildet sie die natürlichen Lebensbedingungen spezialisierter Pflanzen nach. Vor allem eignet sie sich als Lebensraum für Gewächse, die trockene, humus- und nährstoffarme und dennoch wasserdurchlässige Standorte bevorzugen. Dazu gehören etwa Ochsenaugen, Wiesensalbei, Wilder Majoran oder Katzenminze.Bevor Sie sich jedoch eine Kieslieferung online bestellen, um ein oder mehrere Kiesbeete anzulegen, informieren Sie sich am besten über die richtige Vorgehensweise.

Wie sich Kiesbeete einfach anlegen lassen

Anders als es ihr Name vielleicht vermuten lässt, sind Kiesbeete keine Steinwüsten, sondern wahre Blütenmeere. Denn zwischen locker aufgeschichtetem Kies gedeihen viele Blühpflanzen, die in freier Natur an sogenannten Trockenstandorten zu Hause sind. Sie wachsen etwa auf Felshalden oder in Kiesgruben. Ein gutes Beispiel ist der Gemeine Natternkopf, der hauptsächlich auf kargen Böden zu finden ist. Seine blauen, violetten und rosafarbenen Blüten erfreuen das Auge meist von Mai bis in den Oktober. Doch nicht nur viele Betrachter finden an der sogenannten Pionierpflanze Gefallen – auch zahlreiche Insekten. Insbesondere Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge umschwirren den Natternkopf von Frühling bis Herbst.Damit diese und andere Pflanzen bald das eigene Kiesbeet im Garten zieren können, geht es zunächst an die Standortauswahl. Da viele Gewächse, die sich zwischen den Steinen wohlfühlen, sonnenliebend sind, eignen sich warme und trockene Plätze für die Kiesbeete. Ist der richtige Ort gefunden, folgen Sie am besten den folgenden Schritten:

Den Boden ausschachten

Dort, wo das Kiesbeet entstehen soll, sollten Sie den Boden 20 bis 30 Zentimeter tief ausschachten. Nehmen Sie dafür einen Spaten zur Hand und entfernen Sie überschüssige Erde, Wurzeln und Steine. Anschließend sollten Sie den Boden mithilfe des Spatens auflockern. Wird dieser Schritt ausgelassen, kann sich später unter der Kiesschicht Staunässe bilden. Diese wiederum beeinträchtigt das gesunde Wachstum der Pflanzen, die es lieber trocken mögen.

Die Kiesschicht auffüllen

Auf dem gelockerten Unterboden lässt sich eine selbst angemischte Kiesschicht anlegen. Sie besteht vorzugsweise aus einer Schaufel Kompost und fünf Schaufeln Kies. Wer statt knirschendem Kies lieber Splitt auf dem Beet verteilen möchte, kann alternativ zu einem Splitt-Sand-Gemisch greifen.Empfehlenswert ist eine rund fünf Zentimeter hohe Steinschicht auf dem Beet. Damit sich weder Kies noch Splitt neben dem dafür vorgesehenen Platz verteilen, lohnt es sich, das Beet einzufassen. Das gelingt sowohl mit Natursteinen als auch mit klassischen Beeteinfassungen aus Holz oder Metall.

Das Beet bepflanzen

Bevor Sie die ersten Pflanzen in den Kiesgarten setzen, sollten Sie das noch nicht bepflanzte Beet ein paar Tage beobachten. So können Sie nach Regenfällen herausfinden, ob und wo sich Staunässe bildet. Nach spätestens einer oder zwei Wochen können Sie mit der Bepflanzung des Beets beginnen. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Lichtverhältnisse auf dem Kiesbeet zu den jeweiligen Standortanforderungen der gewählten Pflanzen passen.Um ein Gewächs einzupflanzen, können Sie mit dem Spaten zunächst die Kiesschicht an der gewünschten Stelle zur Seite schieben. Heben Sie nun im Unterboden das Pflanzloch aus und setzen Sie die Pflanze ein. Füllen Sie das Loch wieder mit Erde auf, klopfen Sie diese aber nur leicht fest. Noch bevor Sie die Kiesschicht wieder rund um den neuen „Beetbewohner“ verteilen, versorgen Sie diesen mit einem großzügigen Schwapp Wasser. Gehen Sie am besten Pflanze für Pflanze nach dem gleichen Prinzip vor, bis sich Ihr Steingarten in ein farbenfrohes Blütenmeer verwandelt.

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Autor Robert Glückshöfer
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Datum 16.04.2026, 11:36 Uhr